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Mehr Kapazität und Komfort für Skifahrer
Parkplätze, Pistenwalze, intelligenter Skipass: Willinger investieren in Wintersport · Skischaukel steht

Ein dicker Brocken: Der Großraumparkplatz unterhalb der Seilbahn-Talstation wird derzeit befestigt. Foto: natalie VolkenrathJörg
Bild rechts:
Professionelle Präparation: Den Kunstschnee am Sonnenlift verteilen in dieser Saison ein Pisten-Bully 300 (l.) und eine hochmoderne 400er-Windenwalze. Fotos: Heinz-Dieter Volkenrath
Wintersportfreunde würden das schmuddelige Herbstwetter gern überspringen und gleich in den Schnee eintauchen. Die Willinger rüsten sich bereits seit Monaten für die neue Skisaison. Von natalie Volkenrath
Ski und Rodel gut: Die Skisaison 2010/2011 mit insgesamt 105 Skitagen startete am 4. Dezember 2010. Mit der Beschneiung der Pisten hatten die Upländer Ende November begonnen.
Willingen. Als Kabinenbahn, Schlepplifte und Förderbänder am 21. März 2011 Skifahrer, Snowboarder und Rodelfans das letzte Mal in der Saison 2010/2011 auf die Upländer Berge befördern, blicken die Willinger auf 105 Skitage zurück. "Die drei vergangenen Winter waren außergewöhnlich gut", berichtet Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg-Seilbahn und Sprecher der Skiliftbetreiber. Die Statistik weist für Sonnenlift und Ritzhagen beispielsweise 131, 96 und 105 Skitage für diesen Zeitraum aus.
Jörg Wilke
Obwohl die künstliche Beschneiung der Pisten seit der Saison 2007/2008 im gesamten Skigebiet für mehr Schneesicherheit sorgt, beginnen in Willingen mit dem letzten Skitag Jahr für Jahr die Vorbereitungen für die neue Saison. Zu diesen zählt sowohl die Wartung sämtlicher Geräte, die für einen reibungslosen Skibetrieb nötig sind, als auch die Planung neuer Investitionen."
In diesem Jahr steht vor allem die Verbesserung der Pistenqualität und des Services für den Gast im Mittelpunkt", betont Wilke. So staunte mancher Waldecker nicht schlecht, als im Frühjahr ein Tieflader mit einer riesigen, roten Pistenwalze an ihm vorbeifuhr und daran erinnerte, dass der nächste Winter bestimmt kommt. Den Kässbohrer Pisten-Bully 400 der Gebrüder Rummel bezeichnet Wilke als "eine der modernsten Maschinen in diesen Breiten".
Schwachstellen ausmerzen
Auf die neue Saison machen seit Anfang September auch zwei Schneekanonen am Seilbahn-Hang aufmerksam. "Wir sind nicht so vermessen, jetzt schon mit Schnee zu rechnen", lächelt Wilke. "Aber wir bemühen uns, die Geräte so naturverträglich wie möglich zu platzieren, und bei Nässe würden wir den mit Heide bewachsenen Steilhang umgraben."
Um die Qualität der Pisten dort zu verbessern, wo es noch Schwachstellen gibt, haben alle Liftbetreiber zusätzliche Schneeerzeuger angeschafft. Nach Wilkes Angaben produzieren in der nächsten Saison rund 85 Kanonen und Lanzen das künstliche Weiß für Hänge und Verbindungswege. "Das Wichtigste ist, dass der Köhlerhagen von Beginn an beschneit wird und die Skischaukel damit in diesem Jahr vom ersten Skitag an steht." 2010 beförderten Seilbahn und Lifte die ersten Skisportler am 4. Dezember.
2800 Personen pro Stunde
Aus jedem Winter die richtigen Schlüsse zu ziehen – das ist das Motto der Upländer. Die Staus an den Liften und auf den Straßen zwischen Weihnachten und Neujahr haben daher zu Investitionen in Kapazität und Komfort veranlasst:
- Die Seilbahn bekommt im November acht weitere Kabinen, womit sich die Beförderungskapazität von 2400 auf 2800 Personen pro Stunde erhöht.
- Im gesamten Skigebiet gibt es zusätzliche Parkplätze. 60 bis 80 sind "In der Bärmecke" am Förderband Sonnenlift entstanden. Bauarbeiter befestigen derzeit den Parkplatz unterhalb der Seilbahn-Talstation. Ein Leitsystem soll den Verkehr laut Wilke künftig entzerren. Zehn neue Busparkplätze ermöglichen die An- und Abfahrt, ohne zu wenden – "ähnlich wie auf einem Autobahnparkplatz". Hans Schlömer, Betreiber der Wilddieb-Lifte, baut zwischen Seilbahn und Besucherzentrum entlang der Straße "Auf den Weiden" einen Parkstreifen mit rund 150 Einstellplätzen.
- Der "Hands free"-Skipass, der funktioniert, ohne ihn aus der Tasche zu holen, wird noch intelligenter. Das "Skiline"-System der Firma Skidata ermöglicht es Wintersportlern durch Eingabe der Skipassnummer über die Internetseite www.skigebiet-willingen.de Daten wie Pistenkilometer, Höhenmeter und andere Daten abzulesen und für die gesamte Saison auszuwerten. Effekt für die Liftbetreiber laut Wilke: "Wir locken mehr Besucher auf unsere Internetseite und stärken die Bindung ans Skigebiet."
Skibusse und Sessellifte
Um auch künftig sicher in der Spur zu bleiben, haben die Upländer schon einige Pläne in der Schublade und Visionen im Kopf:
- Ordnungsamtsleiter Dieter Pollack führt derzeit Gespräche mit Gastronomen und Beförderungsunternehmen, um die Etablierung von (kleinen) Skibussen zu prüfen.
- Die Seilbahn-Talstation soll um eine 20 Meter lange Lagerhalle mit Werkstatt erweitert werden. Der benachbarte Skiverleih will in einem Vorbau ein Ski-Depot einrichten, in dem Gäste ihre Ausrüstung fachgerecht lagern können. Außerdem soll eine Ski-Schleifstation den Service verbessern. Die Bauleitplanung läuft.
- Viele Wintersportler wünschen sich einen Flutlicht-Skipass oder eine kombinierte Saisonkarte.
- Das Angebot an den Rodelhängen könnte um eine Natur-Rodelbahn ergänzt werden.
- "Mittelfristig warten natürlich alle darauf, dass der erste Sessellift in Willingen gebaut wird", betont Wilke.
- "Um die Qualität im Skigebiet langfristig zu sichern, brauchen wir mehr Wasser für die Beschneiung", ergänzt er. Die technischen Möglichkeiten werden geprüft. "Mehr als Gedankenspiele sind dies aber bisher nicht, denn es würde sich um eine große Investition handeln."
© WLZ - 08.10.2011




