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Willingen ist startklar für die Wintersaison

Erstes Wintersportwochenende vieleicht bereits Ende November - Frau Holle und Schneekanonen im Einsatz

PresseAuf den Trecker, fertig, los: Die Schneekanonen werden an die Pisten gebracht. (Foto: bk)

Willingen (bk). Großeinsatz an den Upländer Pisten: In den letzten Tagen wurden die Schneekanonen in Stellung gebracht. Bürgermeister Thomas Trachte: „Willingen ist startklar für die Wintersaison.“


Der Schneiteich auf dem Ettelsberg ist bis an den Rand gefüllt. Insgesamt stehen im Weltcuport über 70 Schneekanonen bereit, um fünf Skihänge zu beschneien: den Bereich der Wilddieblifte, die Seilbahnpiste, den Köhlerhagen, den Hang am Sonnenlift und den Ritzhagen – sowie vier Kinderlandschaften, in denen der wintersportbegeisterte Nachwuchs auf seine Kosten kommt.
In der Usselner Emmet sind die Vorbereitungen für die Wintersaison ebenfalls getroffen, sodass auch hier bei entsprechenden Temperaturen mit der künstlichen Beschneiung begonnen werden kann. Aufgrund des deutschen Seilbahntages, der kürzlich in Willingen stattfand, gerieten die Upländer Bemühungen um die Verlängerung der Skisaison deutschlandweit in die Schlagzeilen. Neben positiver Berichterstattung gab es vereinzelt harsche Kritik.
„Die spinnen, die Hessen!“, urteilt Wolfgang Ziegler in der „Mittelbayerischen Zeitung.  „In Zeiten des Klimawandels und der Erderwärmung auf einem 838 Meter hohen (Idioten-)Hügel eines der größten deutschen Beschneiungsprojekte zu realisieren, kann wohl nur damit erklärt werden, dass irgendeinem Schlaumeier trotz Plusgraden die Gehirnwindungen eingefroren sein müssen“, so der Bayern-Redakteur. Er findet es „nicht einfach lächerlich, sondern verantwortungslos“, die Umwelt mit 75 Schneekanonen „so zu manipulieren, dass 80 Skitage möglich werden sollen“. „Dies umso mehr, als inzwischen doch jedes Kind weiß, dass in den Alpen selbst renommierte Skigebiete um ihre Existenz bangen, die knapp unter 2000 Metern liegen.“
„Die Bayern denken in anderen Größenordnungen“, sagt dazu Bürgermeister Trachte, der den Kommentar als unsachlich zurückweist.
„In unserer Region sind wir hochzufrieden, wenn wir wie im vergangenen Winter 65 Skibetriebstage erreichen.“ Er betont, dass es vor der Verwirklichung der Beschneiungsprojekte im Bereich der Wintersportarena Sauerland, die die größte deutsche Skisportregion nördlich der Alpen ist, wissenschaftlich fundierte Untersuchungen gab. „Sie besagen, dass die Saison bei uns mit technischer Beschneiung auf 60 bis 80 Skitage verlängert werden kann.“
Von einem „(Idioten-)Hügel“ zu sprechen, hält er für völlig unangemessen. „Unsere Gäste, die hier Ski fahren, sind keine Idioten.“ Sie kommen größtenteils aus dem Rhein- und Ruhrgebiet und den Niederlanden. „Das Upland hält ein Angebot für diese  Skifahrer bereit, die nicht die weite Fahrt bis in die Alpen auf sich nehmen wollen.“ Trachte betont, dass das Sauerland anders als einige Regionen in Bayern nicht nur vom Wintersport lebt, sondern vom Ganzjahrestourismus mit einem entsprechend vielseitigen Angebot.
Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg-Seilbahn, macht deutlich, dass es in Willingen im Gegensatz zur Annahme des bayerischen Kommentators außerdem nicht nur Pisten für Anfänger gibt. „Wir haben kilometerlange Hänge für anspruchsvolle Skifahrer.“
Die Pistenlänge im Skigebiet summiert sich auf 16 Kilometer. Sieben Kilometer werden technisch beschneit; zur Verteilung des Kunstschnees stehen zehn hochmoderne Pistenraupen bereit.
Rein theoretisch dürfen die Upländer bereits seit dem 15. November Schnee produzieren, doch bisher ließen es die Temperaturen noch nicht zu. „Die Schneeproduktion ist ab minus 0,5 Grad technisch möglich, macht aber erst Sinn ab minus drei Grad“, erläutert der Seilbahn-Geschäftsführer.
Und wann sollen die Schneekanonen tatsächlich angeworfen werden? Freitagvormittag hat Jörg Wilke mit seinen Kollegen, die ebenfalls auf künstliche Beschneiung setzen, konferiert. „Wir machen die Entscheidung abhängig von der mittelfristigen Wetterlage.“ Sollte es in der kommenden Woche allerdings so kalt werden, dass nächtliche Schneiphasen möglich sind, steht den Wintersportfreunden vielleicht  bereits Ende November das erste Skiwochenende ins Haus.
Möglicherweise sorgt ja auch Frau Holle für die notwendigen Schneemengen. Freitagnachmittag lagen jedenfalls oben auf dem Ettelsberg bereits etwa 15 Zentimeter Schnee.